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Foto Stadt Bad Pyrmont
Elke Christina Roeder

Seit 1999 veranstaltet der städtische Arbeitskreis 27. Januar Bad Pyrmont regelmäßig ein Gedenken, das von dem Altbundespräsidenten Roman Herzog 1995 zur Erinnerung an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz angeregt worden ist. Sie erfolgte am 27.01.1945 durch russische Truppen. Ziel dieses Gedenken ist es, an die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten und an deren unzählige Opfer zu erinnern.

Nach den Vorstellungen des Initiators sollte demnach jede Kommune ihre eigene Form des Gedenkens finden. In Bad Pyrmont beauftragte 1998 der Rat der Stadt ihren Bürgermeister mit der Bildung eines Arbeitskreises, um die alljährlichen Veranstaltungen thematisch und organisatorisch vorzubereiten und durchzuführen. In dem Pyrmonter Arbeitskreis sind neben privaten Teilnehmern auch die Parteien, die Kirchengemeinden, die Jüdische Gemeinde und die Schulen vertreten.

In den vergangenen Jahren widmete sich der Arbeitskreis unterschiedlichsten Opfergruppen und Themen der nationalsozialistischen Zeit. Die Themenvielfalt bezog sich auf die Auswirkungen des Nationalsozialismus für die Stadt und für die Schulen, informierte über Zwangsarbeit in Bad Pyrmont, über Kriegsdienstverweigerer, über das Schicksal von Kindern und Frauen in Konzentrationslagern bis hin zur Aktion der Stolpersteine, mit der besonders auf das Schicksal der Pyrmonter Juden aufmerksam gemacht werden soll. Ebenso wurde an die Ausgrenzung und Leiden der Sinti und Roma erinnert wie auch die damalige Rolle der Kirche und der Polizei bearbeitet.

In diesem Jahr geht es um den Umgang mit Menschen, die im Sinne der Nationalsozialisten als „unwertes Leben“ betrachtet und somit nicht nur weggesperrt, sondern auch ermordet und zu medizinischen Versuchen und Forschungen missbraucht worden sind. Hierüber wird die Leiterin der Lüneburger Gedenkstätte, Frau Dr. Carola Rudnick, berichten. Zudem werden Bad Pyrmonter Zeitzeugen ergänzen können.

Auf Einladung des Bürgermeisters der Stadt Bad Pyrmont, Herrn Klaus Blome, und des städtischen Arbeitskreises 27. Januar widmet sich die diesjährige Gedenkveranstaltung dem Thema
„Lebens(un)wert“ am Sonntag, dem 27. Januar 2019, um 18:00 Uhr im Ratssaal des Rathauses.
Im Foyer wird zudem eine kleine Ausstellung Bezug nehmen.

Schülerinnen und Schüler der Max-Born-Realschule stellen in der Gedenkveranstaltung ihre Recherchen zum Thema Euthanasie vor. Sie übernehmen auch die musikalische Begleitung der Veranstaltung.

07.01.2019 
Quelle: PT2019-003