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Foto Stadt Bad Pyrmont
Elke Christina Roeder

Grundlage für Denkmalpflege, Forschung und Tourismus

Der schlechte Zustand des 1824 errichteten Schellenturms als Aussichtspunkt über Bad Pyrmont gab Anlass, sich wieder intensiver um die ehemalige Burg Schell-Pyrmont zu kümmern. Wegen Baufälligkeit ist er derzeit gesperrt, aber die Bürgerinitiative „Rettet den Schellenturm“ hat inzwischen schon über 18.000 Euro für die Sanierung gesammelt.

Die Burg Schell-Pyrmont ist als monumentales archäologisches Kulturdenkmal ein wertvolles Zeugnis der Landesgeschichte und des mittelalterlichen Burgenbaus. Deswegen wird auch als Grundlage für die notwendige Restaurierung und Erschließung ein neuer Lage- und Höhenplan erstellt. Studierende des Instituts für Kartographie und Geoinformatik der Universität Hannover werden vom 17. bis 28. Juli die neue Karte herstellen. Selbstverständlich ist er in die Koordinaten der Landsvermessung eingebunden. Die EDV ermöglicht neben der herkömmlichen kartographischen Darstellung die rechnerische Weiterbearbeitung der Vermessungsdaten, z. B. für 3D-Modelle oder Bildschirmanimationen. Die Schlussübung Topographie des Instituts für Kartographie und Geoinformatik dient damit einem praktischen Zweck und fließt unmittelbar in die Arbeit von Denkmalpflege, Landesforschung und touristischer Erschließung ein. Die Vermessung 2006 wird dankenswerterweise in besonderem Maße von der Stadt Bad Pyrmont, der Unteren Denkmalschutzbehörde und der Stadtforst gefördert. Die archäologische Betreuung liegt beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege.

Wer mehr über die Burg Schell-Pyrmont erfahren möchte und wissen will, was im Augenblick dort geschieht, ist herzlich zum Vortrag (Referenten: Dipl.-Ing. F. Thiemann, Dr. H.-W. Heine) eingeladen:

Die Burg Schell-Pyrmont

 –Vermessung und Erforschung einer mittelalterlichen Territorialburg ‑

Schulzentrum Bad Pyrmont, Mensa, Humboldtstraße 25

20. Juli 2006, 20.00 Uhr

Die Burg Schell-Pyrmont wurde 1184 von dem Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg errichtet, um den Vorstoß zur Weser zu sichern. Als Lehnsleute nahm er neben seinen Beamten und Burgmannen auch die Grafen von Schwalenberg-Pyrmont in die Burg auf. Dies blieb nicht konfliktfrei, wie die scharfe Fehde zwischen dem Erzbischof von Köln und den Grafen von Pyrmont um 1250 bis 1255 bewies. Letztendlich setzte sich der Erzbischof durch. Ab 1262 finden wir statt der Pyrmonter die Edelherren von Lippe auf der Burg. Auf sie geht die Zerstörung des Schell-Pyrmonts zwischen 1276/77 und 1284 zurück. Seitdem ruht die einst ansehnliche Ruine im Dornröschenschlaf.

04.07.2006 
Quelle: PT2006-0060