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Foto Stadt Bad Pyrmont
Elke Christina Roeder

Erlöse aus dem Charity- Event  „Run for help“ aus Bad Pyrmont und Lügde machen es möglich 

South Horr weiht neue Schulklassen einDer „Run for Help" am 10. Juni 2010 war der Auftakt der Städtejubiläums- und Nachbarschaftsfeiern Bad Pyrmonts und Lügdes und zweifellos einer der Höhepunkte der Aktivitäten, vor allem auch für die Partnerschulen in South Horr und Umgebung in Kenia. Schirmherr Walter Lindner, früher Botschafter in Kenia und erst kürzlich zum Afrika -  Beauftragten im Auswärtigen Amt ernannt, startete den Lauf sowohl in Lügde als auch in Bad Pyrmont. Es wurde ein Rekordlauf in jeder Beziehung.  Nicht nur mit der Teilnehmerzahl von 2.834 Schüler/innen und einer Gesamtlaufstrecke von 20.536 km wurden neue Bestmarken erzielt, auch das finanzielle Ergebnis übertraf alle Erwartungen. Zusammen mit Spenden von Bürgern, Unternehmen und Organisationen haben die Schüler/innen aus Bad Pyrmont und Lügde durch ihre Sponsoren einen Betrag von 41.508,66 Euro erlaufen. So konnte die federführende UNESCO- Schule, Herderschule aus Bad Pyrmont schon im Juni nach Kenia signalisieren, dass ein wesentlicher Beitrag zum Bau einer Secondary School für Mädchen (ähnlich Gymnasium) aus Bad Pyrmont und Lügde kommen werde. „Im Juli wurde eine Kooperationsvereinbarung mit dem Samburu County Council (Landrat) und dem Councillor (Bürgermeister) zum Neubau der Schule geschlossen“, berichten Sigrid und Karl- Heinz Recklebe. „Die Regierung hat Land zur Verfügung gestellt und Angebote für die Bauausführung eingeholt. Die Dorfbevölkerung hat den Baugrund vorbereitet und Baumaterial aus der Umgebung gesammelt, wie Sand, Steine und Kies. Am 17. November ist mit dem Bau begonnen worden.“ Während ihres derzeitigen Besuchs sollen schon die ersten Klassenräume fertig sein. Trotzdem soll es dann noch eine Zeremonie mit Grundsteinlegung geben, zu der auch ein Vertreter der deutschen Botschaft in Kenia eingeladen ist. Sigrid Recklebe: „Für die Region South Horr wird damit ein weiterer großer Schritt bei der Verbesserung der Bildungssituation für die Kinder des Nomadenstammes der Samburu getan.“

Es sei immer wieder eine Freude und eine Ermutigung, zu sehen, wie die Bildungsangebote genutzt werden und wie sich die Kinder in den Schulen anstrengen, um gute Zeugnisse zu bekommen, berichtet das Pyrmonter Ehepaar, das nahezu in jedem Jahr auf eigene Kosten und persönlich über Weihnachten die Unterstützung nach South Horr bringt. Der Herderschulleiter Hartwig Henke: „Über mehr als 25 Jahre der Schulpartnerschaft konnten wir die Biographien von vielen Schülern/innen verfolgen. Wenn dann ehemalige Schüler/innen ein Studium oder eine Berufsausbildung abgeschlossen, eine bezahlte Stelle bei einem Unternehmen, einer Behörde oder im Tourismus gefunden oder sogar ein eigenes kleines Gewerbe eröffnet haben, wissen wir wieder, dass jeder Cent in Bildung besser angelegt ist als in die Alimentation von Armutsflüchtlingen.“

Zum Jahresende bedanken sich die Initiatoren und Organisatoren bei allen, die, auf welchem Weg auch immer, diese bemerkenswerte Unterstützung möglich machten und machen. Henke: „Sie alle haben mitgeholfen, den Kindern in South Horr eine Zukunftsperspektive zu geben.“

Und rechtzeitig zum Weihnachtsfest erreichte die Stadt Bad Pyrmont der Dankesbrief von Councillor (Bürgermeister) Lemongi, der sich für die große Hilfe und den unermüdlichen Einsatz der deutschen Freunde herzlich bedankt. Das Ziel, auch den Mädchen eine gute Schulausbildung zu geben, sei mit dem Bau der Schule, näher gerückt. Wie gegensätzlich das Leben in Deutschland und im fernen Kenia ist, zeigen auch die Temperaturunterschiede. Während wir mit Schnee und Eis bei Minustemperaturen von 10 bis 15 Grad kräftig bibbern, schwitzten die Recklebe´s bei einer Dorfhochzeit bei unvorstellbaren 40 Grad... 

27.12.2010 
Quelle: PT2010-127