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Foto Stadt Bad Pyrmont
Elke Christina Roeder
Das Museum im Schloss Bad Pyrmont präsentiert vom 29. November 2007 bis 27. Januar 2008
den berühmten Bilderbuchkünstler Ali Mitgutsch.Ali Mitgutsch

Wer kennt ihn nicht, den Erfinder der Wimmelbuch-Bilder?

"Mit rundherum in meiner Stadt"
schuf Ali Mitgutsch im Jahre 1968
einen neuen Typus Bilderbuch für kleine
Weltentdecker. Ein Buch,
das ein Jahr später mit dem deutschen Jugendbuchpreis
ausgezeichnet
wurde. Ohne Text, aber mit unzähligen Figuren und Gegenständen,
breitet er ein detailreiches Panorama komischer kleiner Alltags-
szenen
aus, an denen wir alle unseren Spaß haben - bis heute.
Mittlerweile umfasst sein Oeuvre mehr als 70 Titel, wurden seine Bücher
bislang in 19 Sprachen übersetzt,
mit einer Gesamtauflagen von etwa 5,7
Millionen Exemplaren.
 
Mit zahlreichen Bildern dieser Art hat der Münchener Künstler Ali Mitgutsch über 
Jahrzehnte Kinder und Erwachsene unterhalten und zum gemeinsamen Spiel zum Suchen
und Finden angeregt. Auf den ersten Blick scheint er den Kindern überschaubare
Sachwelten erklären zu wollen. Wie sieht es aus auf dem Bauernhof, im Hafen oder
in den Bergen? Doch schnell werden witzige Details und komische Szenen
entdeckt, die sich erst nach und nach bei genauem Hinsehen erschließen.
Und so will es offensichtlich der Künstler: Wir sollen staunen, schmunzeln, lachen,
wenn wir unserer Alltagswelt begegnen.  
Im Jahre 2005 erschien zur Feier seines 70. Geburtstages "Mein schönstes Wimmel-
Bilderbuch"
im Ravensburger Buchverlag. Die Internationale Jugendbibliothek Schloss
Blutenburg in München
und das Bilderbuchmuseum Burg Wissem in Troisdorf widmeten ihm
eine wundervolle Ausstellung.
 
Die Ausstellung "Ali Mitgutsch Ein Chronist der Welt im Kleinen" umfasst aber nicht nur 
die berühmten Wimmelbilder, sondern präsentiert auch seine Traumkästen.
Diese freien Arbeiten sind weniger bekannt. Wie sind sie entstanden?
Zur Jahrtausendwende gönnte sich Ali Mitgutsch eine Auszeit. Er wollte nur das tun,
wozu er Lust hatte. Und was macht ein Künstler, wenn er Zeit und Muße hat? Er macht Kunst.
Diesmal mit dem Krimskrams unseres Lebens. Es sind Collagen, die als räumliche Bilder
unsere
Phantasie anregen. Gesammelte Merkwürdigkeiten - zerbrochene Porzellan- und kopflose
Holzpüppchen
in zerschlissenen Kleidern, kombiniert mit skurrilen Fundsachen - treten vor
Hintergründen
aus Papier und Fragmenten alter Stoffe in Dialog miteinander und verharren auf
Sockeln und
Podesten in einsamem Gestus.
08.11.2007 
Quelle: PT2007-129