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Foto Stadt Bad Pyrmont
Elke Christina Roeder

Der Antrag der Firma Schwering & Hasse Elektrodraht in Lügde auf Erhöhung der Fertigungskapazität seiner Anlage mit lackisoliertem Kupferdraht stößt bei der Stadt Bad Pyrmont auf deutliche Kritik. Durch das Bauvorhaben wird die Stadt mit Luftschadstoffen derart beeinträchtigt, dass die Anerkennung als Heilbad und damit die wirtschaftliche Lebensgrundlage des auf Kur- und Erholungsbetrieb ausgerichteten Niedersächsischen Heilbades als gefährdet anzusehen ist.

Das Luftreinheitsgutachten ist ausschlaggebend für die staatliche Anerkennung als Kurort. An die entsprechende Zertifizierung sind besonders hohe Standards, insbesondere auch in puncto Luftqualität zu erfüllen. Daher muss die Stadt Bad Pyrmont jeden Tatbestand besonders kritisch untersuchen, der diese Luftqualität belasten könnte.

Das in Lügde ansässige Unternehmen betreibt die Erweiterung ihrer bestehenden Fertigungskapazitäten und der Produktpalette an lackisolierten Wickeldrähten. Mit der Kapazitätserweiterung von derzeit 38.000 t/a auf 53.500 t/a seiner Anlage zum Isolieren von Drähten unter Verwendung von finol- und kresolhaltigen Drahtlacken sieht Bürgermeisterin Elke Christina Roeder deutliche Verstöße gegen die TA Luft.

Den Unterlagen ist zu entnehmen, dass beantragt wird, die Anforderungen der TA Luft insoweit abzumildern, indem auf die Festsetzung von Anforderungen für CO und NOx verzichtet wird – sprich eine Aussetzung der TA Luft gefordert wird.

"Grundsätzlich ist eine Betriebserweiterung und damit die Schaffung von weiteren Arbeitsplätzen in unserem Talkessel eine mehr als nur positiv zu wertende Entwicklung. Dennoch ist darauf zu achten, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte im Bereich der Immissionen unter Berücksichtigung des Status von Bad Pyrmont als staatlich anerkanntes Heilbad und Staatsbad Nr. 1 in Niedersachsen eingehalten werden. Für die Heilbadanerkennung müssen diese Werte sogar um 40 Prozent unterschritten werden. Vor diesem Hintergrund ist die Fa. Schwering & Hasse gebeten worden, über den Einbau eines nachgeschalteten Abgasreinigungssystems nachzudenken. ", so Bgm. Roeder.

Bürgermeisterin Roeder hat die Bezirksregierung Detmold in dem Genehmigungsverfahren um eine länderübergreifende Regelung unter besonderer Beachtung der Grenzwerte für Kurorte gebeten.

"Wir haben zu diesem sensiblen Thema die Politik eingeschaltet, um zu einer positiven und einvernehmlichen Lösung zu kommen.", wird von Bgm. Roeder mitgeteilt. Die Liste ist lang – von Ministerpräsident Christian Wulff, Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, den Umweltministern Eckhard Uhlenberg in NRW und Hans-Heinrich Sander in Niedersachsen bis hin zu den Bundestagsabgeordneten Gabriele Lösekrug-Möller und Peter Thul sowie der Landtagsabgeordneten Ursula Körtner wurden die politischen Spitzen mit Schreiben vom 23. Juli 2007 über die Problematik unterrichtet.

Und Bürgermeisterin Elke Christina Roeder macht noch eines deutlich: „Es geht nicht nur um Bad Pyrmont, es geht um den gesamten Talkessel und aller hier lebenden Menschen“.

23.07.2007 
Quelle: PT2007-076