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Foto Stadt Bad Pyrmont
Elke Christina Roeder

Der Bauantrag

Wenn Sie eine genehmigungspflichtige Baumaßnahme oder Nutzungsänderung durchführen wollen, benötigen Sie dafür eine Baugenehmigung. Über die Erfordernis der Genehmigung und das durchzuführende Genehmigungsverfahren beraten die Ansprechpartner Sie gerne an Hand des geplanten Einzelfalls.

Für die Erstellung des Bauantrages benötigen Sie einen Entwurfsverfasser. Dieser muss Architekt oder Bauingenieur sein. Bei bautechnisch einfachen, kleineren Baumaßnahmen können sich auch Bautechniker oder Meister des Maurer- und Zimmererhandwerks als Entwurfsverfasser verdingen.

Für die Erstellung von Bauanträgen für genehmigungspflichtige Werbeanlagen sind keine besonderen Anforderungen an die Entwurfsverfasser gestellt. Die Anträge können z. B. durch die die Werbung planende Firma erstellt werden.

Was müssen Sie mitbringen?

  • Für Beratungsgespräche einen Lageplan oder Flurkartenauszug und möglichst erste Ideenskizzen. Je konkreter die Unterlagen und Ihre Vorstellungen sind, desto detailliertere Auskünfte können wir Ihnen geben.
     
  • Den Antrag auf Baugenehmigung. Die erforderlichen Formblätter können Sie bei den Entwurfsverfassern oder im Buchhandel/Internet erhalten. Zusätzlich sind in der Regel noch die folgenden Unterlagen mit einzureichen:
     
    • Bau-/Betriebsbeschreibung
    • Berechnungen über das Maß der baulichen Nutzung
    • Nachweis der Einstellplätze
    • Lageplan mit Übersichtskarte
    • Bauzeichnungen
    • Statik und Wärmeschutznachweis
    • Evtl. Erklärungen zum vereinfachten Genehmigungsverfahren

Die Erfordernis weiterer Unterlagen kann sich durch die Art der Baumaßnahme ergeben.

Wichtig

  • Alle Unterlagen müssen im Original handschriftlich unterschrieben sein. Der Entwurfsverfasser muss alle Unterlagen unterschreiben. Das Bauantragsformular ist auch von Ihnen als Bauherrn zu unterschreiben.
     
  • Baugenehmigungen sind gebührenpflichtig. Die Höhe der Gebühren ist in der Baugebührenordnung gesetzlich festgeschrieben. Dazu kommen noch evtl. die Gebühren für die Stellungnahmen anderer Behörden und/oder des Prüfingenieurs für Baustatik.
     
  • Sie können uns den Antrag auch schriftlich zusenden. Eine Eingangsbestätigung übersenden wir Ihnen umgehend an die von Ihnen angegebene Adresse.

Postanschrift: Stadt Bad Pyrmont
Planen, Bauen, Technische Dienste
31810 Bad Pyrmont.

Die Baugenehmigung erlischt, wenn drei Jahre nach Erteilung nicht mit dem Bau begonnen, oder die Ausführung drei Jahre unterbrochen wurde. Die Frist kann auf schriftlichen Antrag bei der Bauaufsicht verlängert werden.

Ein Tipp:

  • Die Unterlagen sollten aktuell und vollständig sein und der Bauvorlagenverordnung entsprechen. Dadurch erleichtern Sie uns die Prüfung und Beschleunigen das Genehmigungsverfahren.
     
  • Das Bauantragsformular und die Erklärungen für das vereinfachte Genehmigungsverfahren müssen nur einfach eingereicht werden. Die übrigen Unterlagen mind. 2-fach. Zur Beschleunigung des Genehmigungsverfahrens kann es hilfreich sein wenn zusätzliche Exemplare eingereicht werden. Über die erforderliche Anzahl geben Ihnen die Ansprechpartner gerne Auskunft.

Die Dauer des Genehmigungsverfahrens hängt im wesentlichen von der Art der Baumaßnahme, den zu beteiligenden Behörden und der Erfordernis von erforderliche Ausnahmen und/oder Befreiungen ab. Konkrete Angaben dazu sind nur im Einzelfall möglich.

Die Genehmigungsfreien Baumaßnahmen

Wenn Sie eine kleinere Baumaßnahme durchführen wollen, ist dies u. U. ohne eine Baugenehmigung oder eine Bauanzeige möglich. Im § 69 der NBauO und im Anhang zur Niedersächsischen Bauordnung werden alle Maßnahmen aufgezählt die davon betroffen sind. Nachfolgend ein nicht vollständiger Auszug der genehmigungsfreien Baumaßnahmen:

  • Gebäude und Vorbauten ohne Aufenthaltsräume, Toiletten und Feuerstätten, wenn die Gebäude und Vorbauten im „Innenbereich“ nicht mehr als 40 m³ Rauminhalt haben und weder Verkaufs- noch Ausstellungszwecken dienen; Garagen mit notwendigen Stellplätzen jedoch nur, wenn die Einstellplätze genehmigt oder nach § 69a NBauO genehmigungsfrei sind.
     
  • Feuerungsanlagen, ausgenommen Schornsteine
     
  • Schornsteine in und an vorhandenen Gebäuden
     
  • Solarenergieanlagen und Sonnenkollektoren in und an Dach- und Außenwandflächen
     
  • Blockheizkraftwerke in Gebäuden
     
  • Leitungen für Elektrizität, Wasser, Abwasser, Niederschlagswasser, Gas und Wärme
     
  • Wasser- und Warmwasserversorgungsanlagen in genehmigten Gebäuden
     
  • Sanitärinstallationen, wie Toiletten, Waschbecken oder Badewannen, in Wohngebäuden oder Wohnungen
     
  • Anlagen zur Verteilung von Wärme bei Warmwasserheizungen
     
  • Behälter für Regenwasser bis 50 m³ Rauminhalt
     
  • Einfriedungen im „Innenbereich“ bis 1,80 m Höhe über der Geländeoberfläche gem. §16 NBauO
     
  • Stützmauern bis 1,50 m Höhe über der Geländeoberfläche gem. §16 NBauO
     
  • Bauliche Anlagen, die der Gartennutzung, der Gartengestaltung oder der zweckentsprechenden Einrichtung von Gärten dienen, wie Bänke, Sitzgruppen oder Pergolen, ausgenommen Gebäude und Einfriedungen
     
  • Werbeanlagen mit einer Ansichtsfläche bis 1 m²
     
  • Öffnungen für Fenster und Türen in fertig gestellten Wohngebäuden und fertig gestellten Wohnungen
     
  • Fenster und Türen innerhalb vorhandener Öffnungen
     
  • Dacheindeckungen wenn sie nur gegen vorhandene ausgewechselt werden
     
  • Dächer von vorhandenen Wohngebäuden einschließlich der Dachkonstruktion ohne Änderung der bisherigen äußeren Abmessungen
     
  • Bewegliche Sonnendächer (Markisen), die keine Werbeträger sind
     
  • Stellplätze für Personen-Kratfahrzeuge bis 50 m² Nutzfläche je Grundstück sowie deren Zufahrten und Fahrgassen, ausgenommen notwendige Einstellplätze
     
  • Die Umnutzung von Räumen im Dachgeschoss eines Wohngebäudes mit nur einer Wohnung in Aufenthaltsräume, die zu dieser Wohnung gehören

Wichtig

Genehmigungsfreie Baumaßnahmen müssen die Anforderungen des öffentlichen Baurechts ebenso wie genehmigungsbedürftige Baumaßnahmen erfüllen, es sei denn, dass sich die Anforderungen auf genehmigungsbedürftige Baumaßnahmen beschränken.

Genehmigungsvorbehalte in anderen Vorschriften, wie im Niedersächsischen Denkmalschutzgesetz, im Naturschutzgesetz, im städtebaulichen Planungsrecht, der Heilquellenschutzverordnung für Bad Pyrmont usw. bleiben unberührt.