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Foto Stadt Bad Pyrmont
Elke Christina Roeder

Heilquellenschutz in Bad Pyrmont

Die Heilquellen in Bad Pyrmont sind durch die Verordnung über die Festsetzung eines Quellenschutzgebietes in den Regierungsbezirken Hannover und Hildesheim für die staatlich anerkannten Heilquellen in Bad Pyrmont vom 23.06.1967 geschützt.

Insgesamt 12 Quellen fallen unter diese Schutzverordnung, von denen sieben aktuell in Betrieb sind und für Trinkkuren, Badekuren oder für Therapiezwecke genutzt werden. Zudem dient eine Quelle der Trinkwasserversorgung.

Das Heilquellenschutzgebiet umschließt die Quellen und regelt über die Verordnung bestimmte Maßnahmen und Vorhaben in dem Plangebiet. Neben der Zulässigkeit von Maßnahmen bedürfen andere Vorhaben einer wasserrechtlichen Genehmigung nach der Heilquellenschutzgebietsverordnung, während andere Maßnahmen in den entsprechenden Schutzzonen gänzlich verboten sind.

Das Heilquellenschutzgebiet gliedert sich in 5 Schutzzonen, wobei die Zonen I bis III qualitative Schutzzonen darstellen, und die Schutzzonen IV und V quantitative Schutzzonen sind.

Die Schutzzone I ist die engste Zone und umschließt die unmittelbare Quellfassung. Außerhalb dieser Zone schließt sich die Zone II an, die aufgrund der dezentralen Lage der Quellen in die Zonen IIa und IIb unterteilt wird. Daran anschließend befinden sich die Zonen IIIa, IIIb und IIIc, die wiederum von der Zone IV umhüllt werden.

Der Schutz der Heilquellen macht eine Prüfung sämtlicher Bauvorhaben in den betreffenden Schutzzonen erforderlich. Aufgrund der Nähe zu den Quellen aber auch aufgrund der Tiefe von Erdarbeiten werden oftmals hydrogeologische Stellungnahmen zu den Bauanträgen gefordert, die die geplanten Maßnahme mit den Schutzbestimmungen und Anforderungen an den Heilquellenschutz in Beziehung setzen und die Maßnahme entsprechend bewerten. Die Maßnahmen können dann unter entsprechenden Bedingungen und Nebenbestimmungen ausgeführt werden. Teilweise ist eine Anpassung der Planung erforderlich, um eine Realisierung zu ermöglichen. Dazu kommt, dass neben dem stark mineralisierten Grundwasser das Vorhandensein von Kohlendioxid (CO2) in Bad Pyrmont berücksichtigt werden muss. Durch den geologischen Aufbau des Pyrmonter Talkessels kann entlang von Verwerfungen und Störungslinien Kohlendioxid bis zur Oberfläche aufsteigen.

Neben dem Schutz der Heilquellen durch die Umsetzung der erlassenen Heilquellenschutz-gebietsverordnung ist es die Aufgabe der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Hameln-Pyrmont den Bürger und mögliche Bauträger in der Stadt Bad Pyrmont hinsichtlich der Heilquellen und der CO2-Problematik zu sensibilisieren, Erdeingriffe in diesen Bereichen entsprechend zu steuern und wenn möglich zu minimieren.

Autor: Stadt Bad Pyrmont